Fachanwendungen, Basis-Consumer und Co.

Was sind die Must-haves, was die Nice-to-haves?

Die Telematikinfrastruktur bietet Versicherten und Leistungserbringern verschiedene Anwendungen. Diese lassen sich in Pflichtanwendungen und freiwillige Anwendungen unterscheiden. Wir haben hier einen kurzen Überblick über die Must-haves und die Nice-to-haves für Sie zusammengestellt:

1Must-haves

Der Basis-Consumer ist Ihr Bindeglied zur Telematikinfrastruktur und somit wichtigstes Must-have um im digitalen Universum teilzunehmen und dessen Vorteile auszuschöpfen.

Der KTR-Consumer (Kostenträger-Consumer) ist die Weiterentwicklung des Basis-Consumers und enthält zusätzlich das ePA-Fachmodul, mit welchem Sie Daten in die ePA (elektronische Patientenakte) eingeben können.

KIM-Modul zur sicheren Übermittlung von Daten:
KIM (ehem. KOM-LE) garantiert den sicheren E-Mail und Datenaustausch und ist Teil des Basis- und KTR-Consumers.

Die ePA ist als Bindeglied für den Versicherten ein wesentliches Element der Telematikinfrastruktur.
Hierin sind künftig alle relevanten Daten hinterlegt:

  • Befunde: Dokumentationen von Untersuchungsresultaten
  • Diagnosen: Feststellung von Krankheiten
  • Fotodokumentationen: Bildliche Aufnahmen von Krankheitserscheinungen
  • Pflegedokumentationen: Informationen rund um die Durchführung von Pflegemaßnahmen
  • Therapiedokumentationen: Informationen über die Durchführung von Therapien
  • Patienteninformationen: Persönliche und medizinische Informationen zum Patienten

Die digitale Erstellung von Rezepten ermöglicht die unkomplizierte Übermittlung zwischen Ärzten, Patienten und Apotheken.

Dieses erstellt der Arzt in der Praxis von wo aus es direkt auf einem zentralen Server innerhalb der Telematikinfrastruktur gelegt wird. Der Versicherte erhält einen QR-Code auf sein Mobiltelefon mit welchem er anschließend über eine Apotheke oder Online Apotheke seine Medikamente beziehen kann.

Ein deutlicher Vorteil für den Patienten: Mit dem eMedikationsplan (GKV), der auf der eGK (elektronischen Gesundheitskarte) hinterlegt wird, hat der Versicherte künftig eine komplette Übersicht über seine Medikamente bei Arztbesuchen immer in der Hosentasche mit dabei. Eine echte Chance, um die Arzneimittelsicherheit zu maximieren.

Schnelle Reaktion im Notfall und die rasche Kenntnis über Vorerkrankungen sowie Unverträglichkeiten kann Leben retten. Mit dem NFDM (GKV) werden künftig relevante Daten wie z. Bsp. Allergien auf der eGK (elektronischen Gesundheitskarte) gespeichert und sind im akuten Fall vom behandelnden Arzt vor Ort einsehbar.

Nachhaltigkeit und unkomplizierte Abwicklung im Krankheitsfall: Versicherte können ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung direkt durch den behandelnden Arzt über das Praxisverwaltungssystem an Sie als zuständige Krankenkasse übermitteln lassen. Anschließend verarbeiten Sie die Informationen in Ihrem Verwaltungssystem. Sogar die Weiterleitung an den Arbeitgeber (Beginn und Dauer der Arbeitsunfähigkeit) können Sie auf dessen Anfrage digital durchführen (vorgeschrieben ab 01.01.2022).

Durch die eVerordnung können Hilfsmittel schneller zu den Patienten gelangen. So erstellt der behandelnde Arzt auf Wunsch des Patienten direkt digital über das AIS (Arztinformationssystem) oder das KIS (Krankenhausinformationssystem) die entsprechende Verordnung. Weitere Wege sind denkbar.

Der eImpfpass wird ebenfalls Teil der ePA. So hat der Versicherte seine relevanten Informationen zur Absicherung gegen gefährliche Krankheiten stets zur Hand – egal auf welchem Kontinent er sich gerade befindet.

Eine echte Erleichterung für werdende Mütter bietet der digitale Mutterpass: Als Teil der ePA ist er jederzeit über die App auf dem Mobiltelefon einsehbar.

Wichtig für Eltern: Mit dem digitalen Untersuchungs-Heft für Kinder innerhalb der ePA haben sie jederzeit und überall einen Überblick über alle relevanten Untersuchungen.

Im Laufe der Zeit gehen Papierdokumente verloren. Das digitale Zahnbonusheft als Teil der ePA bietet hier praktikable Abhilfe.

Digitale Gesundheitsanwendungen, die als Medizinprodukt verordnet werden können, bieten für den Versicherten individuelle Services auf der Grundlage medizinischer Daten. So eröffnen sie vielfältige Möglichkeiten in der Erkennung, Überwachung und Behandlung von Krankheiten sowie in der selbstbestimmten gesundheitsfördernden Lebensweise.

Für den Versicherten bilden diese „Apps auf Rezept“ eine wertvolle Erweiterung des digitalen Angebots. Für Sie als Krankenversicherung schaffen sie nicht nur die Grundlage eines besseren datenbasierten Kundenverständnisses sondern auch Potentiale für eine positivere Positionierung beim Kunden und die Reduktion von Kosten.

DiGAs sind nicht Teil der Telematikinfrastruktur.

2Nice-to-haves oder doch Must-haves?

Die Einbindung weiterer digitaler Mehrwertservices, die dem Versicherten exklusiv angeboten werden können, bilden eine wertvolle Erweiterung des digitalen Gesundheitsangebotes.

Durch die digitale Behandlung ergeben sich nicht nur erhebliche Potentiale zur Kostenreduktion, sie bieten den Versicherten auch ein kundenzentriertes Serviceerlebnis.

Vom Corona-Checker über Apps für Asthmatiker bis hin zu Anwendungen für Diabetiker oder Schlaganfall-Risiko-Patienten – die Möglichkeiten sind vielfältig.

Um sich im Wettbewerb zu differenzieren und Ihren Kunden ein vollumfängliches Service-Erlebnis zu bieten: Aus unserer Sicht ein absolutes Must-have!

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Laura Kauther

Laura Kauther
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