Fahrzeuge und Objekte automatisch per Bild auf Schäden prüfen, bewerten und dokumentieren. Der deutsche Versicherer ERGO setzt mit der KI von CamCom auf visuelle Schadeninspektion, unter anderem für die Vorinspektion vor Vertragsbeginn. Für deutsche Versicherer ist der Fall ein naheliegender Einstieg in die KI-gestützte Schadenaufnahme.
Was ist visuelle KI-Schadeninspektion?
Visuelle KI-Schadeninspektion prüft Fahrzeuge und Objekte automatisch anhand von Bildern. Ein Bilderkennungsmodell erkennt Schäden, bewertet sie und dokumentiert den Zustand. So lässt sich der Zustand vor Vertragsbeginn festhalten und die Schadenaufnahme beschleunigen, ohne dass sofort ein Gutachter vor Ort sein muss.
Was die CamCom-Lösung leistet
ERGO setzt mit der KI-Lösung von CamCom auf eine visuelle, KI-gestützte Schadeninspektion: Fahrzeuge und Objekte werden anhand von Bildern automatisch auf Schäden geprüft, bewertet und dokumentiert. Gestartet ist die Lösung in Estland, Lettland und Litauen in der Kfz- und Wohngebäudeversicherung, unter anderem für die Vorinspektion, mit der bestehende Schäden bereits vor Vertragsbeginn dokumentiert werden.
Die Zahlen hinter dem Case
- automatische, bildbasierte Schadenprüfung, -bewertung und -dokumentation
- Start in Estland, Lettland und Litauen (Kfz- und Wohngebäudeversicherung)
- Einsatz auch für die Vorinspektion vor Vertragsbeginn
Grundlage ist eine ERGO-Pressemitteilung (Juli 2025).
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Was deutsche Versicherer daraus mitnehmen
Die bildbasierte Vorinspektion ist ein risikoarmer Einstieg: Sie dokumentiert den Zustand objektiv, beugt späteren Streitfällen vor und beschleunigt die Schadenaufnahme. Von dort lässt sich die visuelle KI schrittweise auf die Regulierung ausweiten. Mehr zur durchgängigen Automatisierung zeigt unser Beitrag zu KI in der Schadenbearbeitung.
Governance: schnell und trotzdem regelkonform
Ein KI-System, das Schäden bildbasiert bewertet, verarbeitet personenbezogene Daten und beeinflusst die Regulierung. Der Datenschutz nach DSGVO, die aufsichtsrechtlichen Erwartungen der BaFin und die Vorgaben der EU-KI-Verordnung verlangen Nachvollziehbarkeit, klare Verantwortlichkeiten und einen Human-in-the-Loop an den richtigen Stellen. Für deutsche Versicherer ist das kein Bremsklotz, sondern die Voraussetzung, um KI in der Schadenbearbeitung überhaupt in der Breite einzusetzen.
Technisch gelingt das am besten, wenn KI nicht als monolithisches Großprojekt, sondern als modularer Microservice über stabile Schnittstellen in die bestehende Systemlandschaft eingebunden wird. So lässt sich ein Anwendungsfall klein und risikoarm starten, später skalieren und ein Modell austauschen, ohne den Kernbetrieb zu gefährden.
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