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alitheia: Wie Munich Re und John Hancock das Leben-Underwriting automatisieren

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Sofortentscheidungen bis zu einer Versicherungssumme von 5 Millionen Dollar, die höchsten Instant-Offer-Raten der Branche, verdoppelte bis verdreifachte Quoten. Munich Re und der US-Lebensversicherer John Hancock automatisieren mit alitheia die Risikobewertung in der Lebensversicherung. Für deutsche Versicherer ist das ein konkreter Blick auf die Zukunft des Leben-Underwritings.

Was ist automatisiertes Leben-Underwriting?

Automatisiertes Leben-Underwriting bewertet Anträge ohne manuelle Einzelprüfung, indem KI die Angaben strukturiert, medizinisch einordnet und gegen Regeln prüft. Erfüllt ein Antrag die Kriterien, entscheidet das System sofort. Komplexe Fälle gehen weiterhin an menschliche Underwriter.

Was alitheia leistet

Munich Re und der US-Lebensversicherer John Hancock automatisieren mit alitheia die Risikobewertung in der Lebensversicherung. Eine NLP-Komponente mappt Freitext-Angaben auf eine medizinische Ontologie. Im ExpressTrack-Programm sind dadurch Sofortentscheidungen bis zu einer Versicherungssumme von 5 Millionen Dollar möglich. Laut Munich Re erreicht das Verfahren die höchsten Instant-Offer-Raten der Branche, teilnehmende Carrier verdoppeln oder verdreifachen ihre Quoten.

Die Zahlen hinter dem Case

  • Sofortentscheidungen bis zu 5 Millionen Dollar Versicherungssumme (ExpressTrack)
  • höchste Instant-Offer-Raten der Branche laut Munich Re
  • teilnehmende Carrier verdoppeln oder verdreifachen ihre Quoten

Die Angaben stammen aus der gemeinsamen Mitteilung von John Hancock und Munich Re Life US.

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Was deutsche Versicherer daraus mitnehmen

Sofortentscheidungen erhöhen die Abschlussquote, weil kaufbereite Kunden nicht auf lange Prüfungen warten. Der Schlüssel liegt in der strukturierten, maschinenlesbaren Einordnung medizinischer Freitext-Angaben und in klaren Grenzen, bis zu denen automatisch entschieden wird. Wie KI entlang der Wertschöpfungskette wirkt, zeigt unser Beitrag zu KI in der Versicherungsbranche.

Governance: schnell und trotzdem regelkonform

Ein KI-System, das eigenständig über Versicherungsanträge entscheidet, gilt nach der EU-KI-Verordnung im Leben-Underwriting als hochriskant. Der Datenschutz nach DSGVO, die aufsichtsrechtlichen Erwartungen der BaFin und die Vorgaben der EU-KI-Verordnung verlangen Nachvollziehbarkeit, klare Verantwortlichkeiten und einen Human-in-the-Loop an den richtigen Stellen. Für deutsche Versicherer ist das kein Bremsklotz, sondern die Voraussetzung, um automatisiertes Underwriting überhaupt in der Breite einzusetzen.

Technisch gelingt das am besten, wenn KI nicht als monolithisches Großprojekt, sondern als modularer Microservice über stabile Schnittstellen in die bestehende Systemlandschaft eingebunden wird. So lässt sich ein Anwendungsfall klein und risikoarm starten, später skalieren und ein Modell austauschen, ohne den Kernbetrieb zu gefährden.

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