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GenAI in der Schadenregulierung: Swiss Re, Tokio Marine und die Dokumentenflut

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Mehr als 40.000 Claims pro Jahr automatisch triagiert, Dokumentenzeiten um 90 Prozent gesenkt, dreifaches Volumen ohne mehr Personal. Swiss Re und Tokio Marine zeigen, wie GenAI die Schadenregulierung von der Dokumentenaufnahme bis zur Betrugsmarkierung beschleunigt. Für deutsche Versicherer ist das ein Muster gegen die Dokumentenflut.

Was ist GenAI in der Schadenregulierung?

GenAI in der Schadenregulierung liest unstrukturierte Schadendokumente automatisch, extrahiert die relevanten Daten, fasst zusammen und markiert Auffälligkeiten wie Betrug oder Regresschancen. So gelangen Fälle vorstrukturiert zur Bearbeitung, statt manuell gesichtet zu werden.

Swiss Re Corporate Solutions: ClaimsGenAI

ClaimsGenAI triagiert eingehende Schadendokumente, extrahiert Daten aus unstrukturierten Informationen und markiert Betrug sowie Regress-Chancen. Mehr als 40.000 Claims pro Jahr werden so automatisiert, im ersten Jahr gab es über 1.000 Alerts für Unregelmäßigkeiten.

Tokio Marine UAE mit Kodak Alaris: 90 Prozent schnellere Dokumente

Tokio Marine UAE automatisiert die Dokumentenverarbeitung bei der Schadenaufnahme mit Kodak Alaris Info Input auf Basis von Microsoft Document AI. Die Bearbeitungszeit sank um 90 Prozent, von Tagen auf Stunden, das tägliche Schadenvolumen verdreifachte sich, Ausnahmefälle gingen um 60 Prozent zurück.

Tokio Marine & Nichido mit Shift: Fälschungen erkennen

Tokio Marine & Nichido verbessert mit GenAI-Visual-Intelligence von Shift Technology die Bild- und Dokumentenanalyse bei der Schadenaufnahme und erkennt dabei auch KI-generierte Fälschungen. Der Nutzen ist bisher qualitativ beschrieben, konkrete Zahlen wurden nicht veröffentlicht.

Die Zahlen hinter den Cases

  • Swiss Re ClaimsGenAI: mehr als 40.000 Claims pro Jahr automatisiert, über 1.000 Alerts im ersten Jahr
  • Tokio Marine UAE mit Kodak: Bearbeitungszeit minus 90 Prozent, dreifaches Volumen, Ausnahmefälle minus 60 Prozent
  • Tokio Marine & Nichido mit Shift: Erkennung KI-generierter Fälschungen (qualitativ)

Quellen: Swiss Re, IntelligentCIO (Tokio Marine UAE) und eine Shift-Technology-Pressemitteilung.

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Was deutsche Versicherer daraus mitnehmen

Die Dokumentenaufnahme ist ein unterschätzter Engpass in der Schadenregulierung. GenAI, die Dokumente triagiert, Daten extrahiert und Auffälligkeiten markiert, schafft Volumen ohne zusätzliches Personal und verbindet Effizienz mit Betrugskontrolle. Wie KI die Schadenbearbeitung verändert, zeigt unser Beitrag zu KI in der Schadenbearbeitung.

Governance: schnell und trotzdem regelkonform

Ein KI-System, das Schadendokumente verarbeitet und Betrug markiert, berührt unmittelbar regulatorische Anforderungen. Der Datenschutz nach DSGVO, die aufsichtsrechtlichen Erwartungen der BaFin und die Vorgaben der EU-KI-Verordnung verlangen Nachvollziehbarkeit, klare Verantwortlichkeiten und einen Human-in-the-Loop an den richtigen Stellen. Für deutsche Versicherer ist das kein Bremsklotz, sondern die Voraussetzung, um KI in der Schadenbearbeitung überhaupt in der Breite einzusetzen.

Technisch gelingt das am besten, wenn KI nicht als monolithisches Großprojekt, sondern als modularer Microservice über stabile Schnittstellen in die bestehende Systemlandschaft eingebunden wird. So lässt sich ein Anwendungsfall klein und risikoarm starten, später skalieren und ein Modell austauschen, ohne den Kernbetrieb zu gefährden.

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